Kurtheater


Kurtheater von Bad Liebenstein

Das Bad Liebensteiner Kurtheater wurde im Jahr 1800 unter der Regie Herzog Georgs I. von Sachsen-Meiningen als multifunktionales "Comödienhaus" erbaut und am Abend des 10. August 1800 - dem Geburtstag der Herzogin Mutter Charlotte Amalie - mit einem von der herzoglichen Hofkapelle begleiteten Maskenball eingeweiht. Zu diesem war neben der herzoglichen Familie und zahlreichen Adligen wie dem Herzog Carl August  von Sachsen-Weimar-Eisenach auch die Weimarer Literatin Caroline von Wolzogen anwesend. In den Folgejahren bespielten zur Badesaison wechselnde Schauspielergesellschaften, darunter die des Grafen Julius von Soden (1803) oder die Kurfürstliche Hofschauspieler-Gesellschaft von Hessen-Kassel (1806), das Theater und brachten Lustspiele und Opern u.a. von August von Kotzebue, Giovanni Paisiello, Luigi Cherubini und Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung. Außerdem fanden Bälle, Redouten und Chinoiserien statt.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich das Bad Liebenstein als Sommerresidenz des Sachsen-Meiningischen Herzoghauses zu einem mondänen Badeort, in dem zahlreiche adlige und gut betuchte bürgerliche Kurgäste weilten. Der berühmte Theaterherzog Georg II. von Sachsen-Meiningen lud im Jahr 1877 den Schauspieler Josef Kainz dazu ein, auf den Liebensteiner Brettern, die die Welt bedeuten, sein Talent der Badegesellschaft vorzustellen. Einige Jahre später erlangte dieser als Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters Weltberühmtheit!
Auch im 20. Jahrhundert wurde das Theater bespielt, wenn auch - wie in Abschnitten des vorangehenden Jahrhunderts - nicht immer regelmäßig. Seine jetzige äußere Form erhielt das Theater bei Umbaumaßnahmen im Jahr 1937. Nachdem nach Gründung der DDR Bad Liebenstein Volksheilbad wurde, gastierten die "Meininger" im mittlerweile Kurtheater genannten Haus regelmäßig, so u.a. mit "Das Tagebuch der Anne Frank" und William Shakespeares "Hamlet" sowie zahlreichen Opernaufführungen wie Carl Maria von Webers "Der Freischütz".

Nach der Friedlichen Revolution von 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde es aufgrund zahlreicher Probleme im Strukturwandel zunehmend stiller um das Kurtheater. Bis sich im Jahr 2002 eine Arbeitsgruppe aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt unter dem Vorsitz von Christian Storch des Theaters annahm und zum Jahr 2004, das man damals aufgrund von Forschungslücken noch als Jubiläumsjahr betrachtete, einen ganzjährigen Spielplan erstellte. Seit dem Jahr 2007 besteht der Förderverein KurTheater Bad Liebenstein e.V. mit dem Vorsitzenden Dr. Jochen Retzlaff, dessen Team jedes Jahr ein abwechslungsreiches Programm mit etwa 12 bis 13 Veranstaltungen organisiert. In den vergangenen Jahren waren zahlreiche Ensembles und Solokünstler zu Gast, so u.a. das Ballett der Staatsoper Hannover, das Deutsche Nationaltheater Weimar, der Schauspieler André Eisermann, die Kabarettisten Georg Schramm, Frank Lüdecke und Django Asül, die Neue Bühne Senftenberg und natürlich die "Meininger".

Im September 2017 übernahm Dr. Christian Storch, einer der Mitbegründer der ersten Arbeitsgruppe, als Intendant die Theaterleitung.
Ab 2018 trägt das Kurtheater wieder seinen historischen Namen Comödienhaus Bad Liebenstein.

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