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Keine Gelder für Besuchermagnet Schloss Altenstein: Bad Liebensteins Bürgermeister wendet sich an Minister Hoff

Lange haben Stadt, Bürgerinnen und Bürger, Förderer und Fans von Schloss Altenstein auf einen Geldsegen für das 1982 bis auf die Außenmauern abgebrannte Schloss Altenstein gewartet. Mangels finanzieller Ausstattung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten (STSG) gingen in den vergangenen Jahren die Sanierungsarbeiten stets nur in kleinen Schritten voran. Nun können dank des sogenannten Sonderinvestitionsprogramms in den nächsten Jahren 200 Millionen Euro in zahlreiche Thüringer Schlossanlagen fließen. 13 Millionen wären notwendig, um Schloss Altenstein und das Umfeld in den nächsten Jahren fertigzustellen. Doch nach aktuellem Stand sollen in die Anlage, die 2021 ein Besuchermagnet und ein Aushängeschild des Thüringentourismus war, keine Gelder fließen. Nun hat sich Bad Liebenstein Bürgermeister Dr. Michael Brodführer in einem offenen Brief an den zuständigen Minister Hoff gewandt und ihn aufgefordert, die Angelegenheit zur „Chefsache“ zu machen.

Schloss im Schnee vor blauen Himmel, umgeben von Berg- und Parklandschaft

Foto: Tobias Kromke

Offener Brief zum aktuellen Umsetzungsstand des Sonderinvestitionsprogramms (SIP) für Thüringens Schlösser und Gärten
hier: Schloss Altenstein

 

Sehr geehrter Herr Minister Hoff,

wie ich aus der Pressemitteilung der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten vom 4. November 2021 und erneut in der Sitzung des Kommunalen Arbeitskreises vergangene Woche erfahren musste, wird Schloss Altenstein vorerst nicht berücksichtigt, wenn es um die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Sonderinvestitionsprogramm geht. Ihre Mitarbeiterin bestätigte in der Sitzung des Kommunalen Arbeitskreises, dass die zuständige Baukommission so entschieden habe. Da die Baukommission von Ihrem Hause geführt wird, möchte ich Ihnen auf diesem Wege meine Enttäuschung über dieses Ergebnis zum Ausdruck bringen.

Im Februar 1982 wurde Schloss Altenstein bei einem verheerenden Brand im Inneren weitestgehend zerstört. Trotz einzelner Maßnahmen der Stiftung, begleitet von ehrenwertem bürgerschaftlichem Engagement, war es in den zurückliegenden vier Jahrzehnten nicht gelungen, das Schloss vollumfänglich zu sanieren. Die Begründung lag stets in dem Argument, dass die finanziellen Mittel nicht ausreichend zur Verfügung stünden. Mit dem Sonderinvestitionsprogramm, in welchem Bund und Land insgesamt 200 Millionen Euro für die Liegenschaften der Stiftung zur Verfügung stellen, war die Erwartung verbunden, dass Schloss und Schlossumfeld in den nächsten Jahren fertig saniert werden.

Die Stiftung hatte dazu bei der Vorstellung des Masterplanes in der Sitzung des Kommunalen Arbeitskreises am 21. Juni 2021 den Investitionsbedarf auf 13 Millionen Euro beziffert, um das Projekt in Gänze abschließen zu können. Die Notwendigkeit der Investitionen wurde in einer Pressemitteilung vom 7. Juli 2021 inhaltlich wie folgt dargelegt:

„Mit den eingeplanten Mitteln kann die Gesamtsanierung des Schlosses bis zur Nutzbarkeit abgeschlossen werden. Schwerpunkte sind der Innenausbau, die Sanierung des historischen Küchenbaus, der Terrassen und die Sicherung der benachbarten Bergfriedruine.“

Dass es nach Entscheidung der Baukommission für die Sanierung von Schloss Altenstein nun doch keinen Euro geben soll, ist aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger sowie der kulturhistorischen und tourismuswirtschaftlichen Fachkreise nicht nachvollziehbar. Der Freistaat hatte in diesem Jahr Schloss und Park Altenstein in seinen Medienkampagnen zum Aushängeschild Thüringens gemacht. Das Schloss mit den hochkarätigen Beetbepflanzungen wurde besonders im Zusammenhang mit der BUGA als eines der Highlights der Garten- und Residenzkultur Thüringens angepriesen. Viele Bürgerinnen und Bürger, die Ehrenamtlichen des Fördervereins, die privaten Mäzene und Unterstützer sowie die mehr als 100.000 Besucher, die in diesem Jahr noch vor verschlossenen Türen standen, verband die große Hoffnung, dass das Schloss in den nächsten Jahren fertig saniert wird. Hierfür und für die weiteren Liegenschaften hatte die Stiftung im Benehmen mit dem Kommunalen Arbeitskreis bereits vor Monaten einen Masterplan vorgelegt, auf dessen Grundlage eine wohldurchdachte und zügige Umsetzung des Sonderinvestitionsprogramms ermöglicht werden kann.

Ich möchte Sie als zuständigen Minister ersuchen, alles daran zu setzen, die sich aus dem Masterplan ableitenden Maßnahmen wie auch die vollständige Sanierung von Schloss Altenstein anzugehen und die Angelegenheit des Sonderinvestitionsprogramms unverzüglich zu Ihrer „Chefsache“ zu machen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Dr. Michael Brodführer
Bürgermeister

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