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„Nicht auf der Höhe der Zeit“

Der Bürgermeister von Bad Liebenstein, Dr. Michael Brodführer (CDU), reagiert auf die Äußerungen der Kreistagsfraktion der LINKEN im Wartburgkreis zum Thema Kulturstiftung Mitteldeutschland (siehe u.a. PM vom 29. Juni und STZ vom 7. Juli).

„Es freut mich, dass die Kreislinke das feudale Kulturerbe der Burgen und Schlösser als Thema für sich entdeckt hat. Die Kreistagsfraktion der Linken hat aber bisher außer Polemik keinen werthaltigen Beitrag in der Debatte geleistet“, konstatiert Brodführer. Die Fraktion sei nicht auf der Höhe der Zeit, denn mittlerweile müsse doch auch auf Kreisebene der LINKEN die Nachricht angekommen sein, dass der im Mai vorgelegte Entwurf des Staatsvertrages zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt die vorab definierten Interessen Thüringens nicht berücksichtigt. „Wer diesen Vertrag verhandelt hat, kennt sich in Thüringen nicht aus“, ist Brodführer überzeugt. Die kommunalen Interessen und die Verbundenheit der Bürgerinnen und Bürger sowie deren Engagement für die Schlösser und Gärten sei völlig außer Acht gelassen worden. Aus diesen Gründen haben sich zwischenzeitlich sogar die Koalitionspartner von SPD und Grünen ebenfalls vom bisherigen Staatsvertragsentwurf distanziert. Bereits vor Wochen hat Kulturminister Hoff (Die Linke) in einer extra einberufenen Regierungsmedienkonferenz entsprechende Fehler eingeräumt, um jetzt mit dem vorgelegten „Plan B für Thüringens Schlösser und Gärten“ gegenzurudern. Unterdessen hat Brodführer mit der „Bad Liebensteiner Lösung“ einen konstruktiven Beitrag zur Debatte geleistet. Besonders wichtig sei ihm, dass weiterhin am Ziel eines UNESCO-Weltkulturerbeantrags für die Thüringer Residenzlandschaft festgehalten werde. Dieses Ziel könne man mit einer Mitteldeutschen Stiftung nicht erreichen. Deshalb hat Brodführer auch die in der Bundesregierung zuständige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und den Kulturminister Sachsen-Anhalts, Rainer Robra (CDU), angeschrieben, um für eine Direktzuwendung der 100 Mio. Bundesgelder an die jeweiligen Landesstiftungen zu werben, ohne den unnötigen Umweg einer Mitteldeutschen Stiftung. Die Linke in Thüringen poche stattdessen auf eine Mitteldeutschen Stiftung mit Sitz in Halle. „Das ist ungefähr so, als würde man aus einer Thüringer Bratwurst eine Mitteldeutsche Bratwurst machen, über deren Rezeptur in Halle an der Saale entschieden wird“, so Brodführer.

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