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Welterbe-Antrag: „Die Staatskanzlei muss umfangreiche Partizipation zulassen.“

Bad Liebensteins Bürgermeister plädiert für ein Welterbe-Netzwerk ‚Thüringer Residenzen‘

Im September 2020 fiel in Bad Liebenstein auf dem Symposium „Thüringer Residenzlandschaft – Vom Kleinstaaterbe zum Welterbe?“ der Startschuss zum „Welterbe-Marathon“ für die Thüringer Residenzlandschaft. Fast ein Jahr lang hat die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten intensiv am Antrag gearbeitet. Nun wird in wenigen Tagen der Freistaat Thüringen die Kulturlandschaft der Thüringer Residenzen für die Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbestätten vorschlagen.

Ansicht Schloss von Seite, davor Blumenanlage mit kunstvollem Teppichbeet

Foto: Tobias Kromke

Dr. Michael Brodführer, Bürgermeister von Bad Liebenstein, Initiator und Organisator des Symposiums, das erstmals Experten und viele notwendige Akteure zu einem ersten Austausch über die Welterbe-Idee zusammenbrachte, begrüßt den Schritt, den die Stiftung gegangen ist:

„Ich bin froh und dankbar, dass die Antragserstellung jetzt auf den Weg gebracht wird. Nun gilt es aber, alle Protagonisten in Thüringen einzubinden und miteinander zu vernetzen. Fachleute, Historiker, Bauexperten ebenso wie die Kommunen und die Träger der Kultureinrichtungen und die für den Thüringer Tourismus Zuständigen. Der Thüringer Welterbeantrag wird auf Bundesebene nur Zustimmung erfahren, wenn hinter dem Antrag ein gesellschaftspolitischer Konsens besteht. Die Staatskanzlei muss dafür eine umfangreiche Partizipation zulassen, was in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Nur dann wird das Erbe der Thüringer Residenzen seine Strahlkraft nach innen und außen entfalten können.“

 

Hintergrundinformationen

Thüringens Burgen, Schlösser und Residenzen waren 2020 im sogenannten „Schlösserstreit“ ein vieldiskutiertes Thema. Um dringend notwendige Investitionsmittel für die Thüringer Schlösser und Gärten vom Bund zu erhalten, sollte gemeinsam mit Sachsen-Anhalt eine Mitteldeutsche Kulturstiftung gegründet werden. Der Bad Liebensteiner Bürgermeister, Dr. Michael Brodführer, stellte sich offen gegen dieses Vorhaben. Der Kritik haben sich zahlreiche Institutionen, Politiker und Parteien angeschlossen. Im Nachgang hat sich Brodführer konstruktiv in die Debatte eingebracht (Bad Liebensteiner Lösung). Zugleich forcierte er mit dem Bad Liebensteiner Symposium „Thüringer Residenzlandschaft – Vom Kleinstaaterbe zum Welterbe?“ die Idee eines UNESCO-Weltkulturerbeantrags. Im März 2021 hatte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten per Pressemitteilung die ersten Schritte und Leitplanken des geplanten Antragsverfahrens der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 7. Oktober 2021 präsentierten die Stiftung und die Thüringer Staatskanzlei die Antragsdetails erstmals der Öffentlichkeit.

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