Steinbach hat Zukunft

Der Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach hat seit 2017/2018 erfolgreich beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mitgemacht. Aus dem Regionalentscheid ist das Bergdorf als Sieger hervorgegangen. Im Landesentscheid errang es für sein Wasserradprojekt einen Sonderpreis. 2020 gewann das Dorf den Europäischen Dorferneuerungspreis in Silber. Zahleiche Ideen entstehen während der regelmäßig stattfindenden Zukunftsstammtische. Zur Umsetzung werden Projektgruppen gebildet, die dann regelmäßig über den Fortschritt, aber auch die Probleme ihrer Arbeit berichten.

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Ausgewählte Projekte

Europäischer Dorferneuerungspreis

Nach der erfolgreichen Teilnahme am Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in den Jahren 2017 und 2018, hat der Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach 2020 wieder Schwung aufgenommen, um sich in Sachen Dorfentwicklung europaweit mit anderen Dörfern zu messen. Dieser Preis wurde 2020 zum 16. Mal von der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung ausgeschrieben und stand unter dem Motto: Lokale Antworten auf Globale Herausforderungen. Nach ausführlichen Gesprächen zum bisherigen Entwicklungsprozess und einer Ortsbegehung durch Ministeriumsvertreter entschied sich das TMIL dafür, Steinbach für Thüringen im Wettbewerb antreten zu lassen. Bis Februar 2020 hatten das Dorf und die Stadtverwaltung Zeit, die Bewerbungsunterlagen einzureichen. Gleichzeitig begannen die Planungen für den Jurybesuch. Über den Fortschritt an der Bewerbung und die konkrete Planung und Aufgabenverteilung im Ort beriet der Steinbacher Zukunftsstammtisch. Coronabedingt verschob sich die Jurybegehung dann auf den Spätsommer 2021. Im Oktober kam dann die Nachricht, dass Steinbach eine Silbermedaille errungen hat. Im Mai 2022 fand die Preisverleihung in Hinterstoder (Oberösterreich) statt.

15 Personen stark war die Steinbacher Delegation, die sich auf den Weg. In Hinterstoder – dem Siegerdorf der vorangegangenen Wettbewerbsrunde – kamen zwei Tage lang mehr als 600 Menschen aus 12 Nationen und 25 europäischen Regionen zusammen: zum Erfahrungsaustausch, zum Vernetzen und natürlich zum gemeinsamen Feiern. Mit leeren Händen reisten die Steinbacher nicht an. Im Gepäck hatten sie reichlich Werbematerial für ihr Dorf, die Region um Bad Liebenstein und den Thüringer Wald, dazu Steinbacher Wurst, Messer und Bier. Auf einer Art Dörfermesse rührte die Delegation erfolgreich die Werbetrommel für ihr Bergdorf und Thüringen. An vielen tschechischen, ungarischen, holländischen oder bayrischen Küchentischen werden zukünftig die Steinbacher Messer wertvolle Dienste leisten. Bei zahlreichen Erkundungsgängen und Gesprächsangeboten nutzten die Steinbacher außerdem die Möglichkeit, beispielhafte Dorfentwicklungsprojekte kennenzulernen, große und kleine Ideen zu sammeln, sich über Schwierigkeiten und Lösungsmöglichkeiten auszutauschen.

Zur feierlichen Preisverleihung übergaben unter anderem Landeshauptfrau von Niederösterreich, Johanna Mikl-Leitner, und der Landeshauptmann von Oberösterreich, Thomas Stelzer, die Urkunden und Plaketten an die Dörfer. Die Steinbacher ließen es sich gewohntermaßen nicht nehmen, die vorgesehenen Zeremonieregeln großzügig auszulegen, getreu dem Motto: wo für zwei Personen Platz ist, ist auch Platz für drei. So nahmen stellvertretend für das ganze Dorf Bürgermeister Dr. Michael Brodführer, der Steinbacher Mann für alle Fälle Franz Malsch und Stefanie Kießling vom Verein Steinbach hat Zukunft die Plakette und Urkunde entgegen. Mit dabei war auch eine kleine Delegation aus dem Zwillingsdorf Steinbach an der Steyr, das nur 35 Kilometer entfernt von Hinterstoder liegt. Im angrenzenden Festzelt in Hinterstoder und in Steinbach im Saal des Grünen Baumes bejubelten die übrigen Steinbacher bei Livestream und Bier den feierlichen Moment. Besonders – wenn auch nicht namentlich – hob in seiner Rede das Jurymitglied Helmut Innerbichler Steinbachs Engagement hervor. Ihm war nicht verborgen geblieben, dass die Steinbacher den europäischen Gedanken leben und kurzerhand drei ukrainische Geflüchtete zur Preisverleihung nach Österreich mitgenommen hatten.

Bei einer zünftigen Feier aller teilnehmenden Dörfer zusammen mit der Jury nutzte die Steinbacher Delegation die Möglichkeit, neue nationale und europäische Bekanntschaften zu knüpfen. Verbunden wurde die Reise auch mit einm Arbeitstreffen mit Vertretern aus dem nahegelegenen Steinbach an der Steyr. Zusammen arbeiten die beiden Dörfer an einem sogenannten transnationalen LEADER-Projekt, das gemeinsame Exkursionen, Workshops, einen Tag der Direktvermarktung und ein Forschungsprojekt beinhaltete.

Steinbacher Zukunftsstammtisch

Seit Juni 2017 gibt es den Steinbacher Zukunftsstammtisch. Bei den regelmäßigen Treffen sprechen die Bürgerinnen und Bürger die Probleme des demografischen Wandels und des Miteinander an, entwickeln Ideen und finden Lösungen. Konkrete Projekte verteilen sie dann an Projektgruppen. Diese berichten zum Stammtisch über den Fortschritt ihrer Arbeit. Der Stammtisch findet immer an einem Freitag um 19 Uhr im Steinbacher Messerstübchen (Markt 6) statt. Die genauen Termine werden öffentlich bekannt gemacht. Alle Steinbacherinnen und Steinbacher sowie Interessierte sind stets herzlich eingeladen.

Zwillingsdorf

Im Frühjahr 2017 hat sich Steinbach zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ angemeldet. Bei vorbereitenden Recherchen für den eigenen „Steinbacher Aufbruch“ stießen Steinbacher auf den sogenannten „Steinbacher Weg“. Den ist Steinbach an der Steyr in Oberösterreich in den letzten 30 Jahren gegangen. Die Geschichte dieses Dorfes klingt wie die hiesige: Bergdorf mit jahrhundertelanger Messertradition, Aufstieg und Niedergang der Industrie, Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Leerstand. Sie zeigt aber auch die Gegenwart und Perspektiven für die Zukunft. Ab 1986 haben die Österreicher einen ganzheitlichen Weg der Gemeindeentwicklung erfolgreich beschritten: Abwanderungsstopp, positive Bevölkerungsentwicklung, Schaffung neuer Arbeitsplätze, Verdoppelung der Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, stabile Landwirtschaft. Dafür wurde der Ort mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Europäische Dorferneuerungspreis 1994. Die Steinbacher haben ihren Dorfzwilling gefunden. Seither pflegen die beiden Dörfer einen freundschaftlichen Austausch mit gegenseitigen Exkursionen, gemeinsamen Leader-Projekten und privaten Besuchen.

Steinbacher Adventskalender

Steinbach ist ein beschauliches Bergdorf mit einer einzigartigen Kulisse. Mit dem Steinbacher Advent setzen die Einwohner diese ins richtige Licht und bringen ihr Dorf zum Leuchten. Der Steinbacher Adventskalender bietet den Steinbachern in der dunklen Jahreszeit und im Vorweihnachtsstress eine Möglichkeit, mal innezuhalten, einen kleinen Schwatz zu halten, sich und den Ort kennenzulernen. Die Kinder haben Spaß, unser Dorf wird von Tag zu Tag schöner geschmückt und die Dorfgemeinschaft gestärkt. Hinzu kommen die von den Dorfvereinen organisierte Steinbacher Weihnacht und zahlreiche Veranstaltungen der Kirchgemeinde.

Steinbacher Wasserrad

Früher trieben Wasserräder die Schleifsteine der Steinbacher Messerschleifer an. Diese Tradition greift das Dorf nun mit modernen Verfahren wieder auf: Die Steinbacher nutzen die Wasserkraft als regenerative Energiequelle für ihre Straßenbeleuchtung. Dazu wurde an historischem Standort, auf dem 2016 zurückgebauten Gelände der Messerfabrik Elstawa, ein Wasserrad und Trafohäuschen mit Speichern gebaut und die gesamte Straßenbeleuchtung des Dorfes auf energiesparene LED-Leuchtmittel umgestellt. Etwa 200.000 Euro kostete dieses Projekt. Einen großen Teil des nötigen Geldes dafür
haben die Initiatoren über Landes- und EU-Fördermittel eingeworben. Besonders nach starken Regengüssen sprudelt und braust das Wasser der Grumbach nur so über die Radschaufeln. Das Rauschen und gleichmäßige, beruhigende „fft fft fft“ des Rades sind weithin zu hören.

Bankpatenschaften

Auf rund 40 Bänken in der Steinbacher Gemarkung können Einwohner, Gäste und Durchreisende verweilen, durchschnaufen, plaudern oder einfach die Aussicht genießen. Damit diese Orte der Ruhe und des Innehaltens einladend bleiben bzw. noch einladender werden, haben die Steinbacher das Projekt „Bankpatenschaften“ gestartet. Hierin geht es darum, die Bad Liebensteiner Stadtmeisterei bei der Pflege und Instandhaltung tatkräftig zu unterstützen. Die Bankpaten prüfen regelmäßig den Zustand „ihrer“ Bank, übernehmen kleinere Reparaturen und kümmern sich um Ordnung und Sauberkeit rund um die Bank. Größere Beschädigungen melden sie der Stadt. Den Bankpaten steht es frei, die Bank optisch mitzugestalten.

Steinbacher Mitfahrbank

Wenn gerade kein Bus fährt, nimmt man auf ihr Platz und lässt sich mitnehmen: die Mitfahrbank. Bei einem Arbeitsgespräch der Projektgruppe „Steinbach hilft“ kam die Idee auf den Tisch. Sofort war klar: Die Mitfahrbank gehört nach Steinbach. Mit Unterstützung der Stadtmeisterei Bad Liebenstein wurde die individuell gestaltete Bank im Frühjahr 2018 gebaut. Wohin es gehen soll, zeigen die Richtungsschilder an, natürlich im Steimicher Platt: Off'n Surborn, noch Schwein, noch Salzinge, in die Ruhl, üwweroal hin…

Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft"

Im Jahr 2017 und 2018 hat das Bergdorf Steinbach beim Wettberwerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil­­genommen. Was zunächst als Motivation und Begleitung zum gerade angeschobenen Dorf­ent­wicklungs­prozess gedacht war, erwies sich als großer Erfolg. Auf Regionalebene konnte Steinbach für die Region Südthüringen den Sieg erringen, auf Landesebene ergatterte es für sein → Wasserradprojekt einen Sonder­preis. Für den Sprung auf die Bundesebene reichte es nicht, aber den Schwung aus dem Wett­bewerb nimmt Steinbach unter dem Motto "Steinbach hat Zukunft" in die weitere Dorfentwicklung mit.

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