Die kommunale Wärmeplanung für Bad Liebenstein erreicht in Kürze einen wichtigen Zwischenstand: Die ersten Untersuchungen für das gesamte Stadtgebiet sind fast abgeschlossen. Das beauftragte Büro, die KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH hat erfasst, wie die Wärmeversorgung in der Kurstadt und allen Ortsteilen aktuell aussieht. Erste Ergebnisse haben die Planer, Bürgermeisterin Susanne Rakowski und Mitarbeiter der Stadtverwaltung in der vergangenen Woche gemeinsam besprochen.
Das Büro hat unter anderem untersucht, wie die Gebäude derzeit mit Wärme versorgt werden und wie hoch der Wärmebedarf in den verschiedenen Bereichen des Stadtgebiets ist. Dabei zeigte sich auch, wo besonders viel und vergleichsweise wenig Wärme benötigt wird.
Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die nächsten Arbeitsschritte. Dann richtet sich der Blick auf die Möglichkeiten für die zukünftige Wärmeversorgung. Dabei betrachten die Planer unter anderem Solarenergie, Erdwärme und Biomasse. Auch die Nutzung von Abwärme und Möglichkeiten zum Energiesparen fließen in die weiteren Untersuchungen ein.
Im weiteren Verlauf der Wärmeplanung soll für die verschiedenen Bereiche des Stadtgebiets deutlich werden, welche Formen der Wärmeversorgung grundsätzlich infrage kommen. Dabei kann es beispielsweise um Wärmenetze oder um Lösungen für einzelne Gebäude gehen.
Was bedeutet die Wärmeplanung für Bürgerinnen und Bürger?
Die Wärmeplanung schreibt nicht vor, welche Heizung in einem einzelnen Gebäude eingebaut werden muss. Sie zeigt, welche Möglichkeiten für die Wärmeversorgung in den verschiedenen Bereichen des Stadtgebiets langfristig bestehen können. Für die Planung greifen die Fachleute auf Daten von Energieversorgern, Netzbetreibern und weiteren zuständigen Stellen zurück. Persönliche Daten von Bürgerinnen und Bürgern werden nicht abgefragt. Bis Ende Oktober fasst die KEM die Bestandsanalyse in einem schriftlichen Bericht zusammen. Anschließend is er auf der Website öffentlich einsehbar.
Hintergrund
Den Grundstein für die Wärmeplanung hat der Stadtrat im Dezember 2025 gelegt, als er beschloss, eine kommunale Wärmeplanung für das gesamte Stadtgebiet erstellen zu lassen. Im Juni 2026 folgte die Vergabe des Auftrags an die KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH. Im Juli hat das Büro die Arbeit mit der Bestandsanalyse begonnen. Die gesamte Erstellung der Wärmeplanung ist bis Oktober 2027 vorgesehen. Bis Mitte 2028 muss jede Kommune mit weniger als 100.000 Einwohnern eine Wärmeplanung vorliegen haben, denn das ist gesetzlich vorgeschrieben. Ziel ist es, eine Grundlage dafür zu schaffen, wie die Wärmeversorgung langfristig verlässlich und stärker mit erneuerbaren Energien gestaltet werden kann.
Bild: Besprechung der ersten Analyseergebnisse. V. l. n. r. Bauamtsleiter Oliver Schröder, Olaf Koblitz zuständiger Sachbearbeiter für Kommunale Wärmeplanung im Bauamt, Bürgermeisterin Susanne Rakowski, Annekatrin Duch und Thomas Walther von der KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH