Steinbacher Dorfzwillinge

Im Frühjahr 2017 hat sich Steinbach zum Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ angemeldet. Bei vorbereitenden Recherchen für den eigenen „Steinbacher Aufbruch“ stießen Steinbacher auf den sogenannten „Steinbacher Weg“. Den ist Steinbach an der Steyr in Oberösterreich in den letzten 30 Jahren gegangen. Die Geschichte dieses Dorfes klingt wie die hiesige: Bergdorf mit jahrhundertelanger Messertradition, Aufstieg und Niedergang der Industrie, Arbeitslosigkeit, Abwanderung, Leerstand. Sie zeigt aber auch die Gegenwart und Perspektiven für die Zukunft. Ab 1986 haben die Österreicher einen ganzheitlichen Weg der Gemeindeentwicklung erfolgreich beschritten: Abwanderungsstopp, positive Bevölkerungsentwicklung, Schaffung neuer Arbeitsplätze, Verdoppelung der Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, stabile Landwirtschaft. Dafür wurde der Ort mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Europäische Dorferneuerungspreis 1994. Die Steinbacher haben ihren Dorfzwilling gefunden.

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April 2019: Exkursion nach Steinbach an der Steyr

Nach dem Besuch der österreichischen Steinbacher im Mai 2018 stand im April 2019 den Gegenbesuch an. Im Gepäck hatte die Reisegruppe zahlreiche Mitbringsel – darunter ein Gemälde und eine selbstgeschneiderte moderne Steinbacher Tracht in den Wappenfarben der Gastgeber – und viele gute Erinnerungen an das gemeinsame Maiwochenende 2018. Nach einem herzlichen Empfang am Freitagabend ging es am Sonnabend auf Steinbachtour, auf der die Thüringer zahlreiche Sehenswürdigkeiten, einiges über Gegenwart und Geschichte, Wirtschaft und Dorfentwicklungsprojekte ihres Dorfzwillings kennenlernten. Dabei entdeckten die Thüringer nicht nur das vorgereiste Willkommensbanner wieder. Gäste und Gastgeber konnten erneut zahlreiche Gemeinsamkeiten und Verbindungen zwischen den beiden Orten herstellen. Zum Ausklang eines eindrucksvollen Tages feierten die Steinbacher zusammen eine gelungene Premiere: Nach 18 Jahren Pause fand zum ersten Mal wieder die sogenannte „Steinbacher Mostkost“ statt. Bevor die Thüringer ihre Heimreise antraten, gab es noch eine Sonderfahrt in den historischen Wagen der Steyrtalbahn. Am Ende eines ereignisreichen Wochenendes stand für alle Steinbacher fest: Es wird ein Wiedersehen geben.

Mai 2018: Zwillingstreffen. Steinbach an der Steyr besucht Steinbach

„Herzlich Willkommen“ stand auf ein Banner zwischen die beiden Dorfwappen geschrieben, als der Reisebus mit den rund 20 Gästen aus Steinbach an der Steyr (Oberösterreich) auf dem Markt eintraf. „Und schon habt Ihr etwas geschafft, was wir noch nicht hinbekommen haben“ schallte es fröhlich aus der kaum geöffneten Bustür heraus „ein Banner, auf dem unser Wappen drauf ist“ präzisierte Dr. Christian Dörfel, der Bürgermeister der 550 Kilometer entfernten österreichischen Gemeinde.  In anderer Hinsicht schauen die thüringischen Steinbacher aber sehr wissbegierig auf ihren österreichischen Dorfzwilling. Denn dem Bergdorf an der Steyr gelang mit dem Gewinn des europäischen Dorferneuerungspreises bereits in den 90er Jahren das, was die hiesigen Steinbacher 2017 begonnen haben: Einen Erneuerungsprozess vollziehen, der den Ort in die Zukunft trägt. Welches Potenzial das thüringische Bergdorf hat, davon konnten sich die österreichischen Gäste auf einer „Steinbachtour“ überzeugen. Die begann historisch mit Bänkelliedern und frischem Quellwasser am Lutherdenkmal, führte über den einzigartigen Bergfriedhof, die Barockkirche und die Heimatstube bis hin zu neuen Projekten wie dem Wasserad. Nach einer Stärkung bei Rouladen und selbstgemachten „Hüts“ gab es zudem eine Führung durch den Altensteiner Park. Den Höhepunkt des Besuchs bildete das gemeinsame Stübchenfest mit großem Zukunftsstammtisch und dem ersten Auftritt der Steinbacher Trachtenkapelle. Am Ende des Besuches war klar: Es muss ein Wiedersehen geben. Und wie zum Versprechen ist das Banner mit den beiden Wappen schon nach Österreich vorgereist.

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